FN-Sommernewsletter ist online

Liebe Freundinnen und Freunde,

hier findet ihr die Datei für den aktuellen Newsletter, in dem ihr u.a. einige Informationen zu Belaurs, kommende Termine und einen Bericht unserer Reise im April findet. Da die Datei des Newsletters für einen E-Mail Versand recht groß ist, stellen wir sie ja seit einiger Zeit nur noch hier online zum Download bereit. Der Vorstand des Friedensnetzes und ich wünschen euch viel Freude beim Lesen und einen guten Start in die Sommerzeit! Eure Sarah

FN Newsletter Sommer 2016.pdf
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Hagel, Regen, Sonne, Wind

– Aprilbesuch in der Region Woloshin

In einer kleinen Reisegruppe sind wir am Mittwoch nach Belarus geflogen, um dort eine schöne Begegnungsreise mit einem bunten Programm erleben zu dürfen.

 

Valentina, Vorstandsmitglied des CVJM Woloshin, begrüßt uns herzlich und wir treffen unseren langjährigen Freund Nikolai in Minsk zum gemeinsamen Abendessen: Es gibt traditionelle Draniki, Kartoffelpuffer mit saurer Sahne und natürlich fehlt am Ende des Essens auch ein guter Wodka nicht.

 

Am nächsten Tag sind wir im Schulamt zu Gast und unterzeichnen die Verträge bezüglich der Kindermaßnahmen in diesem Jahr. Im Anschluss fahren wir nach Dory, einem der vielen Dörfer, welches von den Deutschen während des Zweiten Weltkrieges mit der Bevölkerung vernichtet wurde. Die Dorfbewohner wurden in die Kirche getrieben und mit der Kirche verbrannten 257 Menschen. Nur wenige Menschen konnten sich verstecken, fliehen oder wurden zur Zwangsarbeit ausgewählt und überlebten so das Massaker. In den 1990er Jahren wurde mithilfe vieler deutscher Spenden in Dory eine neue Kirche gebaut. In der Schule wurden im letzten Jahr in einem Raum Gedenktafeln in Erinnerung an dieses Verbrechen einschließlich Zeitzeugentexte eingeweiht. Wir haben mit dem Priester dieser Kirche gesprochen, Kaffee mit der Schulleiterin und Deutschlehrerin getrunken und haben das Grab einer Zeitzeugin des Massakers besucht. Dann sind wir zu einer der wohl letzten Überlebenden gefahren und haben ein Interview mit ihr geführt und dieses aufgezeichnet, um die Tafeln um die Erinnerungen dieser Frau zu ergänzen. Es war ein sehr intensiver Tag in Dory und am Abend wartet der Vorstand des CVJM Woloshin auf uns mit einem vorbereiteten Abendessen. In Anschluss feiern wir gemeinsam eine kleine Andacht und kommen ins Gespräch.

 

Am Freitag fahren wir in den Kindergarten und treffen vier Mütter und Kinder, die im Mai nach Delmenhorst eingeladen werden. Wir lernen das „Orchester“ des Kindergartens kennen, nehmen an der Gruppenarbeit teil und sprechen mit den Erzieherinnen über unterschiedliche pädagogische Konzepte, während es draußen hagelt und stürmt. Trotz des Regens kommt nachmittags die Jugendgruppe des Projekts „gesund und munter“ ins CVJM-Haus und wir erleben ein „Chaos-Spiel“. Etwa 20 Teenies sind aktiv und wuseln in Kleingruppen durch das Haus auf der Suche nach Nummern, um dann Aufgaben rund ums Thema „Gesundheit“ zu lösen.

 

Am Samstag besuchen wir ein abgelegenes Museum, den Hof „Dudelsack“. Tief im Wald liegt dieser Hof, in dem alte volkstümliche Musikinstrumente ausgestellt, aber auch immer noch gespielt werden. Wir sehen eine der ältesten Saunen des Landes, hören Geigen- und Akkordeonklängen zu und tanzen mit einer weiteren Gruppe einen Volkstanz. Sogar die Sonne zeigt sich, nachdem wir nachts noch frostige Temperaturen hatten. Am Abend kommt noch einmal der Vorstand ins CVJM-Haus und wir sprechen über die Zukunft unserer Vereine, über gemeinsame Projekte, jeweilige Schwerpunkte und über politische Themen, die uns bewegen. Zufrieden, aber doch auch etwas müde, steigen wir am Sonntagmittag in das Flugzeug zurück nach Deutschland.

 

FN-Jubiläumsschrift ist online!

Liebe Freundinnen und Freunde,

durch die Mitgestaltung vieler Personen am Jubiläum in Oberhausen haben wir eine kleine Schrift in Erinnerung an diesen Tag und unsere Feier erstellt. Vielen Dank, Jan-Hinnerk, für diese Zusammenfassung. Und auch die Broschüre, die wir bereits beim Jubiläum verteilt haben, ist nun online verfügbar. Viel Freude beim Lesen!

2015-FN-Jubiläumsschrift.pdf
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Broschüre Jubiläum.pdf
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Feiern für den Frieden

das CVJM-Friedensnetz feierte am 31. Oktober sein 30jähriges Jubiläum in Oberhausen

30 Jahre – das war ein schöner Grund, am Reformationstag, dem 31. Oktober 2015, die Arbeit des CVJM-Friedensnetzes und vor allem das Engagement vieler Menschen zu feiern. Bereits am Vorabend kamen die Mitglieder zur jährlichen Mitgliederversammlung zusammen. Besonders freut uns, dass wir den CVJM in Delmenhorst als neues Mitglied im CVJM-Friedensnetz begrüßen dürfen. Am Samstag kamen dann rund 50 Freundinnen und Freunde des CVJM-Friedensnetzes beim CVJM in Oberhausen zusammen, um auf die letzten 30 Jahre zurückzublicken, gemeinsam einen schönen Gottesdienst zu feiern und auch über aktuell politische Fragestellungen zu diskutieren. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frauke Wurzbacher-Müller und Rainer Claus, die für uns den Gottesdienst gestaltet haben und bei den Podiumsgästen Wolfgang Kopf, Burkhard Homeyer und Doris Klingenhagen sowie bei Claus Martin Janßen, der als Moderator durch den Nachmittag geführt hat. Schön auch, dass wir mit Valentina Shakun und Nikolai Byako Gäste aus Belarus und mit dem Ehepaar Helen und Martin Weder, Gäste aus der Schweiz bei der Jubiläumsfeier begrüßen durften. Insgesamt war es ein schöner Nachmittag voll Wiedersehensfreude, guten Gesprächen und freundschaftlicher Wärme.

FN-Sommer-Newsletter ist online!

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Liebe Freundinnen und Freunde, hier ist der neue Newsletter. Vielleicht findet ihr in den letzten Sommertagen ja ein wenig Zeit, um ihn euch anzuschauen. Friedliche Grüße, eure Sarah

Liebe Freundinnen und Freunde des CVJM-Friedensnetzes,



das CVJM-Friedensnetz feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Jubiläum. Dafür möchten wir gerne auch mindestens 30 Statements von Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sammeln, um diese beim Jubiläum zeigen zu können, sie auch auf diese Homepage zu stellen oder vielleicht sogar eine kleine Broschüre daraus zu machen. Wir freuen uns, wenn nicht alle dasselbe schreiben, sondern ihr eure ganz persönlichen Gedanken und subjektiven Eindrücke benennen könnt. Es soll wirklich nur ein Statement sein, also ein bis drei Sätze. Zur Orientierung könnten folgende Fragestellungen helfen, ihr sollt diese nicht der Reihe nach beantworten, sondern könnt gerne völlig frei schreiben, wie gesagt, sie dienen nur als Hilfestellung:

-          Welchen ersten Kontakt hatte ich mit dem CVJM-Friedensnetz?

-          Was war für mich persönlich in dieser Zeit / Begegnung besonders wichtig / prägend?

-          Welche Erfahrungen nehme ich für mich aus dieser Zeit / Begegnung mit?

Schön wären zudem auch ein Foto oder gerne auch zwei Fotos (ein Foto aus der Zeit der ersten Begegnungen und ein aktuelles).

Wir freuen uns, wenn ihr uns diesen Gefallen macht und wir so einen kleinen Eindruck bekommen können, welche Spuren das CVJM-Friedensnetz bei euch hinterlassen hat.

Ich freue mich, wenn die Statements bis zum 01. September unter der E-Mail Adresse: cvjm-in-niedersachsen@gmx.de eintreffen. Ab dann könnt ihr die unterschiedlichen Statments dann hier auf der Homepage lesen. In Vorfreude auf ein schönes Jubiläum, wünsche ich euch eine schöne Sommerzeit und sende friedliche Grüße, eure Sarah

Gedenk- und Begegnungsreise des CVJM-Friedensnetzes nach Belarus

Eindrücke einer intensiven Begegnung 70 Jahre nach Kriegsende

Zuerst bunte Fahnen am Straßenrand und riesige Hochhausketten im Hintergrund, etwa eine halbe Stunde später sehen wir links und rechts gelbe und blaue Holzhäuschen mit kleinen Gärten und einer Ziege oder ein paar Hühnern darin. Der Kontrast könnte kaum größer sein: Wir fahren mit dreizehn Personen vom Flughafen Minsk, durch die Stadt in die ländliche Region Woloshin in Belarus. Mit vielen Erwartungen und ersten Eindrücken kommen wir, Mitglieder der CVJM-AG Vereine, Mitarbeitende von CVJM Kreis- und Ortsvereinen sowie Vorstandsmitglieder des CVJM-Friedensnetzes, beim CVJM Haus in Woloshin an, und werden dort bereits von unseren Partnern des CVJM Woloshin mit einem leckeren Essen erwartet.

Die Reise ist ein Fachkräfteaustausch des CVJM-Friedensnetzes mit dem CVJM in Woloshin, der in diesem Jahr sein 20. jähriges Jubiläum feiert. Doch nicht nur dieser für den CVJM wichtiger Jahrestag war Grund für unserer Reise, sondern insbesondere auch die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg, zu denen wir als Mitglieder des CVJM-Friedensnetzes mit einer kleinen Ausstellung in Dory auch ein Zeichen der Versöhnung setzen möchten.

Zunächst fahren wir aber am Donnerstag in die Hauptstadt zurück, um dort das neu eröffnete Museum zum „Großen Vaterländischen Krieg“ zu besuchen. Unser langjähriger Freund Nikolai begrüßt uns und begleitet uns durch die vielen unterschiedlichen Räume. Wir sehen militärische Darstellungen, den Aufbau eines Partisanendorfes im Wald, die Gräuel des Vernichtungskrieges und oben angekommen in einer riesigen Glaskuppel den „Saal des Sieges“. Für uns als deutsche Gruppe in einem Land der ehemaligen Sowjetunion, in der die meisten Toten des Zweiten Weltkriegs zu beklagen sind, eine schwierige Auseinandersetzung, aber sicherlich auch ein guter inhaltlicher Einstieg für die nächsten Tage. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Minsk haben wir etwas Zeit zur freien Verfügung und kaufen Leinenstoffe, Schokolade, und ja, auch alkoholische Mitbringsel.

Am Abend findet dann das Jubiläum des CVJM in Woloshin im Kulturhaus statt. Schon die Begrüßungen lassen erahnen, dass es eine schöne und bewegende Feier wird. Unterhaltsame Reden, eine Fotopräsentation, Tanz und Gesang  bilden einen vielseitigen Rahmen. Es gibt aber auch Dankesurkunden für die langjährige Partnerschaft und das Engagement von deutschen Gruppen und Personen in Woloshin und am Ende durfte eine große Geburtstagstorte natürlich auch nicht fehlen. Alle sind von der guten Stimmung beschwingt ins CJVM Haus umgezogen, wo ein buntes Buffet aufgebaut war. Die müden Gesichter am nächsten Morgen offenbaren, dass es nicht nur eine sehr schöne, sondern auch lange Feier geworden ist. Doch NGOs haben es in Belarus und den politischen Umständen auch sehr schwer, sodass diese 20 jährige CVJM-Arbeit in diesem Land gar nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Freitag nehmen wir in Dory am orthodoxen Gottesdienst teil und erneuern unser Versprechen, in Dory als deutscher CVJM für Völkerverständigung und Versöhnung einzustehen. Denn dieser Ort hat eine sehr traurige Geschichte. Am 23. Juli 1941 wurde das Dorf von der deutschen Wehrmacht überfallen und die Bevölkerung in die Kirche des Dorfes getrieben. Wenige konnten entkommen, da sie zur Zwangsarbeit ausgewählt wurden, die übrigen waren in der Kirche gefangen, die die Deutschen dann anzündeten. Mit dem Gotteshaus verbrannten 257 Menschen.

Nach einer Traueransprache am Mahnmal und den Mauerumrissen der verbrannten Kirche gibt es einen kleinen Empfang in der Dorfschule, wo nun über die Geschichte des Ortes eine Ausstellung von uns aufgehängt wurde: „Dory – nur ein Ort von vielen“.

Am nächsten Tag, dem 9. Mai, ist in Belarus gesetzlicher Feiertag, denn es ist der „Tag des Sieges“ und in Minsk sowie in weiteren Städten des Landes gibt es Festreden und Feierlichkeiten. In Woloshin ist der Rathausplatz geschmückt, Veteranen sind zu Gast und eine Militärparade zieht durch die Hauptstraße. Unter den vielen Einwohner/innen der Stadt sind auch wir zu finden und verfolgen interessiert das Geschehen.

Die Zeit ist für uns sehr schnell vergangen, schon der letzte Abend steht bevor. Wir fahren mit den Freunden des CVJM Woloshin in den Wald und fühlen uns ein bisschen wie in Skandinavien. Die Sonne scheint, zwei Seen grenzen an unserer Holzhütte, die ersten Mücken ärgern uns, der Grill wird angeschmissen. Wir reflektieren unsere Eindrücke, kommen noch in Gespräche und genießen den Abend unter Freunden. Denn, das können wohl alle Reiseteilnehmer/innen nach diesen Tagen und vor allem nach einer 20jährigen Partnerschaft bestätigen, nicht nur die Vereine sind gute Partner geworden, auch die Menschen aus Belarus und Deutschland verbindet inzwischen eine enge Freundschaft und beide Seiten freuen sich auf viele weitere gemeinsame Begegnungen.

Das Friedensnetz wird 30 Jahre

FN-Jubiläum2015-Save the date.pdf
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Das CVJM-Friedensnetz feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Bestehen. Gemeinsam mit Euch möchten wir dieses Jubiläum am 31.10.2015 beim CVJM in Oberhausen feiern. Wir freuen uns auf Rück- und Ausblicke, auf schöne Begegnungen und einen spannenden Tag!

Gedenk- und Begegnungsreise des Friedensnetzes nach Belarus

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde,

auch in diesem Jahr 2015 möchte das CVJM-Friedensnetz eine Reise in die Region Woloshin nach Belarus machen. Ein Infoflyer mit Anmeldung steht ab sofort hier als Download zur Verfügung. Wir freuen uns auf die Begegnung.

Ausschreibung Reise Woloshin 2015.pdf
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FN-Winter-Newsletter ist online

Liebe Freundinnen und Freunde,

der FN-Winternewsletter ist da! Vielleicht findet ihr ja in den Weihnachtstragen oder zwischen den Jahren ein bisschen Zeit zum Lesen, wir wünschen euch viel Spaß dabei. Der Vorstand des CVJM-Friedensnetzes wünscht euch allen auf diesem Weg frohe Weihnachten, besinnliche Feiertage und einen schönen Jahreswechsel!

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Krieg nicht in unserem Namen!

Mit Sorge nimmt das CVJM-Friedensnetz wahr, dass durch den Russland-Ukraine-Konflikt die Spannungen zwischen Ost und West zugenommen haben. Das CVJM-Friedensnetz hat sich im Jahr 1985 gegründet in der Zeit des Kalten Kriegs und hat es sich seitdem zur Aufgabe gemacht, für die Abschaffung von Atomwaffen und für Frieden und Versöhnung zwischen Ost und West einzutreten. Leider zeigt die Realität auch dreißig Jahre später, wie brisant und wichtig dieses politische Anliegen nach wie vor ist. Daher unterstützt der Vorstand des CVJM-Friedensnetzes den folgenden Appell „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!“

Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!

Niemand will Krieg. Aber Nordamerika, die Europäische Union und Russland treiben unausweichlich auf ihn zu, wenn sie der unheilvollen Spirale aus Drohung und Gegendrohung nicht endlich Einhalt gebieten. Alle Europäer, Russland eingeschlossen, tragen gemeinsam die Verantwortung für Frieden und Sicherheit. Nur wer dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, vermeidet Irrwege.

Der Ukraine-Konflikt zeigt: Die Sucht nach Macht und Vorherrschaft ist nicht überwunden. 1990, am Ende des Kalten Krieges, durften wir alle darauf hoffen. Aber die Erfolge der Entspannungspolitik und der friedlichen Revolutionen haben schläfrig und unvorsichtig gemacht. In Ost und West gleichermaßen. Bei Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau, wie auch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Putin, nicht zu erklären.

In diesem Moment großer Gefahr für den Kontinent trägt Deutschland besondere Verantwortung für die Bewahrung des Friedens. Ohne die Versöhnungsbereitschaft der Menschen Russlands, ohne die Weitsicht von Michael Gorbatschow, ohne die Unterstützung unserer westlichen Verbündeten und ohne das umsichtige Handeln der damaligen Bundesregierung wäre die Spaltung Europas nicht überwunden worden. Die deutsche Einheit friedlich zu ermöglichen, war eine große, von Vernunft geprägte Geste der Siegermächte. Eine Entscheidung von historischer Dimension. Aus der überwundenen Teilung sollte eine tragfähige europäische Friedens- und Sicherheitsordnung von Vancouver bis Wladiwostok erwachsen, wie sie von allen 35 Staats- und Regierungschefs der KSZE-Mitgliedsstaaten im November 1990 in der "Pariser Charta für ein neues Europa" vereinbart worden war. Auf der Grundlage gemeinsam festgelegter Prinzipien und erster konkreter Maßnahmen sollte ein "Gemeinsames Europäisches Haus" errichtet werden, in dem alle beteiligten Staaten gleiche Sicherheit erfahren sollten. Dieses Ziel der Nachkriegspolitik ist bis heute nicht eingelöst. Die Menschen in Europa müssen wieder Angst haben.

Wir, die Unterzeichner, appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für den Frieden in Europa gerecht zu werden. Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik für Europa. Das geht nur auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern. Die deutsche Regierung geht keinen Sonderweg, wenn sie in dieser verfahrenen Situation auch weiterhin zur Besonnenheit und zum Dialog mit Russland aufruft. Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.

Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen. Das wäre unhistorisch, unvernünftig und gefährlich für den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 gehört Russland zu den anerkannten Gestaltungsmächten Europas. Alle, die versucht haben, das gewaltsam zu ändern, sind blutig gescheitert – zuletzt das größenwahnsinnige Hitler-Deutschland, das 1941 mordend auszog, auch Russland zu unterwerfen.

Wir appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, als vom Volk beauftragte Politiker, dem Ernst der Situation gerecht zu werden und aufmerksam auch über die Friedenspflicht der Bundesregierung zu wachen. Wer nur Feindbilder aufbaut und mit einseitigen Schuldzuweisungen hantiert, verschärft die Spannungen in einer Zeit, in der die Signale auf Entspannung stehen müssten. Einbinden statt ausschließen muss das Leitmotiv deutscher Politiker sein.

Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden. Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen.

Am 3. Oktober 1990, am Tag der Deutschen Einheit, sagte Bundespräsident Richard von Weizsäcker: "Der Kalte Krieg ist überwunden. Freiheit und Demokratie haben sich bald in allen Staaten durchgesetzt. ... Nun können sie ihre Beziehungen so verdichten und institutionell absichern, dass daraus erstmals eine gemeinsame Lebens- und Friedensordnung werden kann. Für die Völker Europas beginnt damit ein grundlegend neues Kapitel in ihrer Geschichte. Sein Ziel ist eine gesamteuropäische Einigung. Es ist ein gewaltiges Ziel. Wir können es erreichen, aber wir können es auch verfehlen. Wir stehen vor der klaren Alternative, Europa zu einigen oder gemäß leidvollen historischen Beispielen wieder in nationalistische Gegensätze zurückzufallen."

Bis zum Ukraine-Konflikt wähnten wir uns in Europa auf dem richtigen Weg. Richard von Weizsäckers Mahnung ist heute, ein Vierteljahrhundert später, aktueller denn je.

Die Unterzeichner

Mario Adorf, Schauspieler
Robert Antretter (Bundestagsabgeordneter a. D.)
Prof. Dr. Wilfried Bergmann (Vize - Präsident der Alma Mater Europaea)
Luitpold Prinz von Bayern (Königliche Holding und Lizenz KG)
Achim von Borries (Regisseur und Drehbuchautor)
Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
Dr. Eckhard Cordes (Vorsitzender Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft)
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
Dr. Klaus von Dohnanyi (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg)
Alexander van Dülmen (Vorstand A-Company Filmed Entertainment AG)
Stefan Dürr (Geschäftsführender Gesellschafter und CEO Ekosem-Agrar GmbH)
Dr. Erhard Eppler (Bundesminister für Entwicklung und Zusammenarbeit a.D.)
Prof. Dr. Dr. Heino Falcke (Propst i.R.)
Prof. Hans-Joachim Frey (Vorstandsvorsitzender Semper Opernball Dresden)
Pater Anselm Grün (Pater)
Sibylle Havemann (Berlin)
Dr. Roman Herzog (Bundespräsident a.D.)
Christoph Hein (Schriftsteller)
Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (Bundestagsvizepräsident a.D.)
Volker Hörner (Akademiedirektor i.R.)
Josef Jacobi (Biobauer)
Dr. Sigmund Jähn (ehemaliger Raumfahrer)
Uli Jörges (Journalist)
Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (ehemalige EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
Dr. Andrea von Knoop (Moskau)
Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehemalige Korrespondentin der ARD in Moskau)
Friedrich Küppersbusch (Journalist)
Vera Gräfin von Lehndorff (Künstlerin)
Irina Liebmann (Schriftstellerin)
Dr. h.c. Lothar de Maizière (Ministerpräsident a.D.)
Stephan Märki (Intendant des Theaters Bern)
Prof. Dr. Klaus Mangold (Chairman Mangold Consulting GmbH)
Reinhard und Hella Mey (Liedermacher)
Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin Pankow)
Klaus Prömpers (Journalist)
Prof. Dr. Konrad Raiser (eh. Generalsekretär des Ökumenischen Weltrates der Kirchen)
Jim Rakete (Fotograf)
Gerhard Rein (Journalist)
Michael Röskau (Ministerialdirigent a.D.)
Eugen Ruge (Schriftsteller)
Dr. h.c. Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D)
Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer (ev. Theologe, Bürgerrechtler)
Georg Schramm (Kabarettist)
Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.)
Philipp von Schulthess (Schauspieler)
Ingo Schulze (Schriftsteller)
Hanna Schygulla (Schauspielerin, Sängerin)
Dr. Dieter Spöri (Wirtschaftsminister a.D.)
Prof. Dr. Fulbert Steffensky (kath. Theologe)
Dr. Wolf-D. Stelzner (geschäftsführender Gesellschafter: WDS-Institut für Analysen in Kulturen mbH)
Dr. Manfred Stolpe (Ministerpräsident a.D.)
Dr. Ernst-Jörg von Studnitz (Botschafter a.D.)
Prof. Dr. Walther Stützle (Staatssekretär der Verteidigung a.D.)
Prof. Dr. Christian R. Supthut (Vorstandsmitglied a.D. )
Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik (ehemaliger Berater im Bundeskanzleramt für Sicherheit und Außenpolitik)
Andres Veiel (Regisseur)
Dr. Hans-Jochen Vogel (Bundesminister der Justiz a.D.)
Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.)
Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck a.D.)
Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Wissenschaftler)
Wim Wenders (Regisseur)
Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher)
Gerhard Wolf (Schriftsteller, Verleger)

Mitgliederversammlung in Paderborn

Am Wochenende hat unsere Mitgliederversammlung erfolgreich stattgefunden. Neun der zwölf Mitglieder konnten dabei sein und haben sich über die Arbeit des CVJM-Friedensnetzes, die Partnerschaft zum CVJM in Woloshin und friedenspolitische Themen ausgetauscht. Darüber hinaus war auch der Vorstand und der Sekretär des CVJM Woloshin zu Gast. Die acht Freund_innen aus Belarus berichteten über ihre Arbeit und Pläne für das kommende Jahr. Am Samstag bot uns zu Beginn Henning Könemann, Delegierter für den CVJM Stederdorf e.V., eine Andacht zum Hebräer 10,35-36 und zeigte uns eine spannende Auslegung über Vertrauen, Glauben und Verantwortung (s. Download unten). Als Referent war Jürgen Filbir aus Hannover zu Gast. Der ehemalige Referent für Schüler_innenarbeit im Haus kirchlicher Dienste engagiert sich heute in einem Wohnheim für Flüchtlinge und erzählte von den dortigen Erfahrungen. Nach unserem Beschluss „Hilfe für Flüchtlinge“ aus dem letzten Jahr war die aktuell-politische Situation für uns Anlass zu diesem Gespräch, bei dem wir uns darüber austauschten, in welchen Bereichen sich der CVJM in der Arbeit mit Flüchtlingen engagieren könnte oder dies bereits macht. Auch wählten wir einen neuen Vorstand. Wir haben Hinni Schmidt aus dem Vorstand verabschiedet und Doris Reichmann neu in den Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender bleibt Klaus Kobs, zum 2. Vorsitzenden wurde Jan-Hinnerk Scholljegerdes gewählt und Helga Bröckling übernimmt weiterhin das Amt der Schatzmeisterin. Als Beisitzer_innen wurden Dieter Ebert, Oliver Ellerbrok und Doris Reichmann gewählt. Unterstützend beraten wird der Vorstand darüber hinaus von Eckhard Petreins und Greta Röbe-Oltmanns. Wir freuen uns auf die kommenden zwei Jahre mit spannenden Begegnungen und Projekten.

2014-11-15MV-Andacht-HenningKönemann.pdf
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FN-Herbst-Newsletter

Liebe Freundinnen und Freunde, auch wenn ihr dieses Mal etwas warten musstet, nun endlich gibt es einen neuen Newsletter. Viel Freude beim Lesen und noch eine schöne Herbstzeit!

FN Newsletter Herbst 2014.pdf
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Der Urlaub ist vorbei, die Erholung dauert an

Erfolgreich sind die Urlaubsmaßnahmen „Urlaub vom verstrahlten Alltag“ in Bischofsheim und Darmstadt/Eberstadt im August zu Ende gegangen. 22 Kinder und 6 Betreuer_innen kehrten gut erholt nach Belarus mit vielen neuen Eindrücken zurück. Auch das Wetter hat mitgespielt. So standen viele Sportaktivitäten, Schwimmbadbesuche, Minigolf und Co, aber auch Gottesdienste und gemeinsame besinnliche Momente auf dem abwechslungsreichen Programm.Alle freuen sich, dass die Maßnahmen so erfolgreich waren und denken sicher gerne an diese Zeit zurück.

Impressionen vom CVJM Darmstadt / Eberstadt

Das CVJM-Friedensnetz fordert Hilfe für Flüchtlinge

Beschluss der Mitgliederversammlung des CVJM-Friedensnetz e.V. vom 16.11.2013

Nach Berichten der UN-Flüchtlingshilfe befinden sich weltweit fast 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Vier von fünf Flüchtlingen leben in Entwicklungsländern, die meisten Flüchtlinge fliehen in ein angrenzendes Nachbarland.

Das CVJM-Friedensnetz e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Abschaffung von Atomwaffen und für Frieden und Versöhnung einzutreten. Der CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) ist der größte christliche Jugendverband Deutschlands und in 124 Ländern der Welt mit 45 Millionen Mitgliedern vertreten. Als ökumenische und internationale Jugendorganisation arbeitet der CVJM seit vielen Jahren in engen Partnerschaften weltweit mit Menschen unterschiedlicher Völker und Nationen freundschaftlich zusammen. Als CVJM-Friedensnetz e.V. sind wir Teil dieser weltweiten Bewegung.

Wir, als Mitglieder des CVJM-Friedensnetzes, sind der Überzeugung, dass kein Mensch freiwillig die Familie, das soziale Umfeld und den vertrauten Sprachraum verlässt, das eigene Zuhause aufgibt und teils unter Lebensgefahr und schlimmsten Bedingungen den Weg der Flucht wählt. Menschen, die flüchten, sind in Not: Sie fliehen vor Krieg, Bürgerkrieg, vor Gewalt, Armut, Hunger; sie fliehen aufgrund von politischer Unterdrückung oder religiöser Verfolgung, schwerwiegender Umweltkatastrophen oder Zerstörung der Existenzgrundlage, aufgrund von Lebensbedrohung.

Als Christinnen und Christen orientieren wir uns an den Taten und Worten Jesu, der solidarisch mit den Armen und Schwachen gelebt und uns dies als Aufgabe hinterlassen hat.

Deshalb setzen wir uns für einen nach den Menschenrechten definierten menschenwürdigen Umgang mit von Flucht betroffenen Menschen ein. Wir fordern Politik, Kirche und Zivilgesellschaft in Deutschland dazu auf, entsprechend den jeweiligen Möglichkeiten, Flüchtlingen Hilfe zu bieten, umfassende, unabhängige Beratung und Begleitung für sie zu garantieren, sowie ihre Unterbringung menschenwürdig und Sozialraum angemessen zu gestalten. Insbesondere fordern wir, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dem Kindeswohl angemessen betreut und bestmöglich unterstützt werden.

Deutschland ist ein Land der nationalen, kulturellen und religiösen Vielfalt. Wir wünschen uns, dass wir diese Vielfalt als ein bereicherndes Geschenk und nicht als Last begreifen lernen und unser Handeln dementsprechend prüfen. Wir verurteilen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und jede weitere Art von Diskriminierung und setzen uns für ein menschenwürdiges und friedliches Miteinander ein.

     30 Jahre CVJM-Friedensnetz!

 "Non Violence" –  Das weltweit bekannte Friedenssymbol des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Reuterswärd diente als Vorbild für die neue Skulptur "Unsere Waffen töten". Zum bundesweiten Aktionstag der "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!"
"Non Violence" – Das weltweit bekannte Friedenssymbol des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Reuterswärd diente als Vorbild für die neue Skulptur "Unsere Waffen töten". Zum bundesweiten Aktionstag der "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!"
Demo 11. Oktober 1986
Demo 11. Oktober 1986
 13. - 28. Oktober 1986: Reise einer Friedensnetz-Gruppe nach Hiroshima.
13. - 28. Oktober 1986: Reise einer Friedensnetz-Gruppe nach Hiroshima.
 6. - 8. Mai 1988: Viertes Friedensnetz-Treffen in Bremen.
6. - 8. Mai 1988: Viertes Friedensnetz-Treffen in Bremen.
10. - 20. Oktober 1988: Erste Begegnungs- und Versöhnungsreise in die Sowjetunion
10. - 20. Oktober 1988: Erste Begegnungs- und Versöhnungsreise in die Sowjetunion
 5. - 10. Januar 1991: Erster Hilfstransport nach Minsk und Smolevitschi in Weißrußland.
5. - 10. Januar 1991: Erster Hilfstransport nach Minsk und Smolevitschi in Weißrußland.
 Sommer 1994: “Aktion Urlaub vom verstrahlten Alltag“  Die CVJM Oldenbg./H., Eberstadt, Lippe, Wilhelmshaven, Emden, Apen, L.V. Hannover, Hohenahr und  Oberhausen laden insgesamt  156 Kinder und 25 Betreuer ein.
Sommer 1994: “Aktion Urlaub vom verstrahlten Alltag“ Die CVJM Oldenbg./H., Eberstadt, Lippe, Wilhelmshaven, Emden, Apen, L.V. Hannover, Hohenahr und Oberhausen laden insgesamt 156 Kinder und 25 Betreuer ein.
Am Sonntag 26.10.97 wurde die neue orthodoxe Kirche vom belarussischen Metropoliten Filaret in einem feierlichen, vierstündigen Gottesdienst eingeweiht.
Am Sonntag 26.10.97 wurde die neue orthodoxe Kirche vom belarussischen Metropoliten Filaret in einem feierlichen, vierstündigen Gottesdienst eingeweiht.
 11. - 16. Mai 2005  Einweihung des neuen CVJM Hauses nach Woloshin
11. - 16. Mai 2005 Einweihung des neuen CVJM Hauses nach Woloshin